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Dachausbau: Wichtige Infos und Tipps


Wird der Wohnraum knapp, erinnert sich manch ein Hausbesitzer gerne daran, dass unter dem Dach noch Platz ist. Hier zeigen wir, was alles dazu gehört und was Sie beachten sollten, wenn Sie das Dach ausbauen möchten. Neben baulichen Vorschriften gibt es eine Reihe an Vorüberlegungen, die Sie vor dem Ausbau des Daches treffen sollten. 

 

Wie gut ist das Dach für den Ausbau geeignet?


Zunächst sollten Sie klären, wie gut Ihr Dach für den Ausbau geeignet ist. Wurde das Haus vor 1978 gebaut, muss in der Regel das Dach aufwendig gedämmt werden, wenn Sie das Dach ausbauen wollen. Schließlich gelten auch für diese Wohnräume die Vorschriften und Anforderungen der Energieeinspar-Verordnung für den Wärmeschutz. Eine Anfrage beim örtlichen Bauamt zeigt, ob das Vorhaben zuvor genehmigt werden muss. Prüfen Sie außerdem, wie tragfähig der Dachboden ist und wie intakt Dachstuhl und Dachdeckung ist, bevor Sie mit dem Dach ausbauen beginnen. Wenn Sie sich selbst nicht sicher sind, sollten Sie lieber einen Profi fragen. Wie bei anderen Projekten rund um den Bau gilt auch hier: Ein Architekt spart nicht nur Nerven und Zeit, sondern möglicherweise Geld – schließlich werden teure Fehler beim Ausbau vermieden. Wenn Sie selbst das Dach ausbauen wollen, sollten Sie die vorhandene Bausubstanz von einem Fachmann begutachten lassen. 

 

Das Baurecht


Wer das Dach ausbauen möchte, muss sich bei der zuständigen Baubehörde erkundigen, ob es möglich ist und ob dafür eine Genehmigung erforderlich ist. Je höher das Haus bereits ist, desto strenger sind oft die dafür geltenden Vorschriften. Das gilt besonders dann, wenn das Haus vom Denkmalschutz oder Milieuschutz betroffen ist. In diesen Fällen muss jede Veränderung am Erscheinungsbild genehmigt werden. Das betrifft beim Dach ausbauen neben Dachfenstern auch Gauben oder Loggien. Wird beispielsweise die örtlich zugelassene Geschossflächenzahl überschritten, wenn Sie das Dach ausbauen, muss die Behörde die Ausnahme genehmigen. Fragen Sie einfach im Bauamt bei der zuständigen Gemeinde an. Oft sind die Mitarbeiter sehr entgegenkommend, da Sie mit dem Dachausbau neuen Wohnraum schaffen. 

Allgemeine Planungen

dach ausbauen

Bevor Sie Ihr Dach ausbauen, sollten Sie sich im Klaren darüber sein, wie Sie die künftigen Räume nutzen wollen. Davon hängt es ab, ob Wände neu eingezogen, Wasserleitungen verlegt oder andere Veränderungen nötig sind. Ein Gespräch mit dem Architekten klärt, wo neue Wände errichtet oder eventuell vorhandene abgerissen werden dürfen. Da die Dachform und -neigung die Stehhöhe bestimmt, ist der Raum möglicherweise nur eingeschränkt nutzbar. Leichte Konstruktionen und Einbaumöbel eignen sich gut für eine räumliche Trennung. Wenn Sie das Dach ausbauen und damit einen großzügigen und offenen Raum schaffen möchten, ist das in der Regel ebenfalls gut möglich. Der Dachausbau bei einem Satteldach lässt sich am leichtesten und damit auch am günstigsten verwirklichen. Wird der Raum ständig bewohnt, muss wenigstens die Hälfte davon eine Mindesthöhe von 2,30 Meter aufweisen. Alle Flächen, in denen die Raumhöhe niedriger als ein Meter ist, werden nicht zur Wohnfläche gerechnet. Damit ist die Wohnfläche oft geringer als die gesamte Grundfläche, wenn Sie das Dach ausbauen. Doch der Raum unter den Schrägen kann pfiffig genutzt werden: Hier kann Platz für Sideboards, Schränke und Sitzgruppen entstehen. 

Dach ausbauen und Fenster einbauen

Soll das Dach künftig als Wohnraum dienen, muss in der Regel mehr Licht in den Raum. Das gelingt mit Dachfenstern relativ leicht. Nur dann, wenn die Fenster breiter werden sollen als der Abstand der Sparren es zulässt, muss an dieser Stelle die Sparrenlage verändert werden. Allerdings bieten Dachfenster oft nur einen Blick in den Himmel. Wer eine richtige Aussicht haben möchte, sollte auch an den Giebelseiten Fenster einbauen. Falls Sie nicht die gesamte Fläche für den Dachausbau nutzen müssen, können Sie einen Teil der Geschossdecke für eine Galerie öffnen. Das lässt gerade kleinere Häuser viel großzügiger wirken. Denken Sie beim Dach ausbauen nicht nur an viele Fenster und das damit verbundene Licht, sondern auch an eine eventuelle Beschattung. Diese sind - wie Jalousien – besonders dann effektiv, wenn sie außen vor dem Fenster liegen. Im Sommer können sich die Fensterflächen nicht so stark aufheizen und die Räume im Dachgeschoss bleiben länger kühl. 

Dämmung beim Dach ausbauen 

Ist das Dach als sogenanntes Kaltdach noch völlig ungedämmt, ist der Einbau einer modernen Dämmung beim Dach ausbauen nicht zu umgehen. Doch auch wenn das Dach bereits eine Dämmung hat, sollten Sie deren Zustand in Abhängigkeit vom Alter zunächst überprüfen, bevor Sie das Dach ausbauen. Oft reicht eine ältere Dämmung nicht mehr aus, um modernen Ansprüchen zu genügen. Messen Sie nach, ob die Höhe der Sparren ausreichend für eine Zwischensparrendämmung ist. Falls nicht, bringen vorgeschraubte Kanthölzer die dafür erforderliche Dicke. Diese Art der Dämmung können Sie einfach selbst einbringen, wenn Sie das Dach ausbauen. Es können Steinwolle, Glaswolle oder natürliche Dämmstoffe verwendet werden. Diese werden als Matten einfach zwischen die frei gelegten Sparren geklemmt. Da die Matten etwas breiter als die Zwischenräume sind, halten sie normalerweise ohne zusätzliche Befestigung. Innen schützt eine luftdichte Folie das Dämmmaterial vor Feuchtigkeit, sodass sich darin keine Schimmelpilze ansiedeln können. Reicht die Zwischensparrendämmung nicht für den EnEV-Standard aus, kann diese mit einer Untersparrendämmung ergänzt werden. Diese kostet relativ wenig, ist effizient und verbessert die Zwischensparrendämmung um gut ein Viertel.

ausbau von einem dachgeschoss

Auf Schallschutz achten

Soll das Dach nach dem Ausbau als dauerhafter Wohnraum genutzt werden, sollten Sie nicht nur die Geschossdecke nach unten gegen Trittschall dämmen. Damit der Lärm von draußen nicht durch die Dämmung dringt, ist auch hier oft ein Schallschutz nötig. Zwar dämmt die Dämmung auch den Schall, doch hier bilden eher die Anschlüsse an die festen Bauteile gute Schallbrücken. Steht Ihr Haus nicht einzeln, sondern in einer Reihe mit den Nachbarn, kommt es auf eine gut gedämmte Trennwand an. Andernfalls können Lattung, Luftschicht und Dämmung den Schall gut weiterleiten

Die passende Treppe einbauen

Ist das Dachgeschoss bereits mit einer richtigen Treppe erschlossen, kann diese selbstverständlich genutzt werden, wenn Sie das Dach ausbauen. Während Leiter- oder Raumspartreppen nur als zusätzliche Treppen erlaubt sind, kann sich der Transport von Möbeln über eine Wendeltreppe schwierig gestalten. Wollen Sie eine neue Treppe beim Dachausbau einbauen, sollten Sie die Statik des darunter liegenden Geschosses am Aufsitzpunkt von einem Fachmann prüfen lassen. Wo genau die Treppe positioniert werden kann, hängt von der Bewehrung (bei einer Stahlbetondecke) oder der Lage der Holzbalken ab. Ob Sie lieber eine Holztreppe, eine Stahltreppe, eine gerade Treppe oder eine gewendelte Treppe wählen, wenn Sie das Dach ausbauen, hängt dagegen von Ihren persönlichen Vorlieben ab. 

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Dach ausbauen bringt neue Räume

Auch wenn der Raum unter dem Dach mit Schrägen etwas eingeschränkt nutzbar ist, lassen sich die neuen Möglichkeiten pfiffig nutzen. Maßgefertigte Regale und Schränke passen perfekt in den vorhandenen Platz und nutzen ihn damit effektiv. Selbstverständlich können Sie nicht nur selbst das Dach ausbauen, sondern auch Regale und Schränke aus Tischlerplatte oder MDF fertigen.

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