Hausentwässerung

Gut geplante Hausentwässerung für einen störungsfreien Ablauf

Die Entwässerung von Küche und Bad, Dach, Balkon und Kellerräumen ist wenig spektakulär. Die Abläufe und Rohre sind weitestgehend dem Blick entzogen und nach Möglichkeit kaum hörbar. Erst wenn Probleme auftreten, werden sie bewusst wahrgenommen, etwa dann, wenn das Wasser aufgrund einer Verstopfung der Rohre nicht mehr abläuft oder sogar Abwasser aus der Kanalisation zurückgedrückt wird. Ein korrekter Einbau der richtigen Abwasserteile ist also wichtig, um keine bösen Überraschungen zu erleben.

Hausentwässerung
spinner
spinner
0
0
0
0
0
0
Weitere Produkte anzeigen

Netzwerk und Systematik der Hausentwässerung

Das Entwässerungsnetz in Gebäuden besteht aus vielen verschiedenen Elementen:

  • Entwässerungsobjekte zur Einleitung des Abwassers, wie Spülbecken, WC, Duschwanne, Waschmaschine, Regenrinne oder Bodeneinlauf
  • Ablaufgitter und -siebe zum Zurückhalten von Gegenständen wie etwa Kontaktlinsen am Waschbecken oder groben Verunreinigungen wie Laub beim Hofeinlauf
  • Geruchsverschlüsse mithilfe eines Bogens oder Topfes, dem Siphon, in dem immer ein Rest des Wassers stehenbleibt, der das Abflussrohr geruchsdicht verschließt
  • Entlüftungen am Ende von Steigleitungen, die verhindern, dass beim Fall des Abwassers Luft durch einen Siphon eingesaugt oder dieser sogar entleert wird
  • Fallleitungen, die stets senkrecht nach unten verlaufen, in der Regel bis unter die Bodenplatte
  • Einzel- oder Sammelanschlussleitungen oder auch die Grundleitungen im Boden als liegende Leitungen
  • Bögen und Verbindungsstücke zum passgenauen Anschluss der vorgenannten Teile der Hausentwässerung
  • Rückstauklappen zum Verhindern eines Rückflusses

Einzelanschlüsse werden nach Möglichkeit innerhalb eines Stockwerks zusammengefasst und in einem oder mehreren Fallrohren nach unten geführt. Unter der Bodenplatte laufen die Grundleitungen der verschiedenen Fallleitungen zusammen und führen das Abwasser über die Grundstücksgrenze in den öffentlichen Kanal.

Leitungstechnik

Wichtigste Grundlage für ein einwandfrei funktionierendes Abwassersystem ist die Einhaltung ein paar einfacher Regeln bei der Planung und der Montage. Dazu gehört zunächst ein ausreichend großer Querschnitt der jeweiligen Rohre. Beim Anschluss eines WC ist ein lichter Durchmesser von mindestens 90, besser 100 mm erforderlich. Die Querschnitte der Einzelanschlussleitungen sind je nach Wassermenge und gewünschter Ablaufgeschwindigkeit festgelegt. Insbesondere bei unbelüfteten Leitungen ist die maximale Länge und Anzahl der Bögen limitiert. Bei Sammelleitungen werden die anfallenden Wassermengen nicht einfach addiert, sondern mit einem Faktor für gleichzeitige Benutzung berechnet. Der erforderliche Querschnitt steigt mit zunehmender Anzahl an angeschlossenen Entwässerungsstellen.

Besonders wichtig bei liegenden Leitungen ist die durchgehende Einhaltung eines Gefälles von mindestens 0,5 % bei belüfteten und 1 % bei unbelüfteten Leitungen. Das maximale Gefälle sollte 2 % nicht überschreiten, damit eventuelle Ablagerungen im Rohr weitergeschoben und nicht überspült werden. Zunehmende Querschnitte und kontinuierliches Gefälle begrenzen natürlich die Führung von liegenden Leitungen in Zwischendecken, zumal eine Bewehrung nicht unterbrochen werden kann und Schall- und Brandschutz zu berücksichtigen sind.

Auch Fallrohre bringen oftmals Schwierigkeiten bei der Verlegung mit sich. Bei Querschnitten von meist 90 bis 125 mm sind sie kaum in einer normalen Innenwand unterzubringen, da zudem gerade bei Fallleitungen eine ausreichende Schalldämmung wichtig ist. Ein seitlicher Verzug ist nur schräg im Winkel von 45 Grad möglich und selbst dann nur sehr eingeschränkt. Fallrohre sollten, wenn irgend möglich, senkrecht durch alle Geschosse bis zum Grund führen.

Alle Umlenkungen der Flussrichtung, von der Horizontalen in die Vertikale und umgekehrt, um Ecken oder bei der Einleitung in Sammelleitungen sind sorgfältig unter Berücksichtigung einer gleichmäßigen Strömung auszuführen. Dadurch werden Ablagerungen vermieden und Komplikationen vorgebeugt. Voraussetzung dafür sind präzise und formstabile Leitungen mit einer widerstandsfähigen Innenfläche, die keine Anhaftungen zulässt. Bei Kemmler finden Sie ein großes Sortiment an geeigneten Rohren in den Kategorien PP, KG, HT sowie Steinzeug, inklusive der speziellen Verbindungsstücke für diffizile Anschlüsse.

Hausentwässerung bei Regenfällen

Unabhängig von der oben beschriebenen Ableitung des Schmutzwassers findet die Leitung des Regenwassers statt. Mit unseren Systemen zur Regenwassernutzung kann es auch gespeichert und für Garten und Hof gebraucht werden. Die Fallrohre für Regenwasser werden nach statistisch zu erwartender maximaler Niederschlagsmenge, Art und Neigung der Dachfläche bemessen. Balkone und Terrasseneinläufe sind in der Regel an gesonderte Fallleitungen anzuschließen. Damit wird eine Flutung bei Starkregen durch Wasser vom Dach vermieden.

Beim sogenannten Mischsystem werden Regen- und Schmutzwasser in der Grundleitung, respektive im Kanal, in der Straße zusammengeführt. Denken Sie auch hier an den Einbau von Revisionsöffnungen!

Entwässerung im Grund – die Überschwemmung draußen lassen

Erhöhte Sorgfalt bei der Planung und Ausführung ist bei der Leitungsführung unterhalb des Geländeniveaus beziehungsweise unterhalb der Kanaldeckel in der Straße angebracht. Alle Entwässerungsanschlüsse unterhalb der Rückstauhöhe sollten über ein Rückstauventil gegen das Abwasser aus dem vollgelaufenen Kanal gesichert werden.

Bei ausgebauten Kellerwohnungen oder Waschräumen im Keller ist zu berücksichtigen, dass bei geschlossener Rückstauklappe keine Entwässerung mehr möglich ist. Hier hilft, wie ohnehin bei zu tief liegenden Feuchträumen, nur eine mechanisch betriebene Abwasserhebeanlage. Zu beachten ist auch, dass Einlaufschächte und -rinnen, etwa bei außenliegenden Treppenabgängen oder Zufahrten zur Garage im Keller, in solchen Fällen kein Wasser mehr in die Kanalisation ableiten können.